Bitcoin Sparen: ein neues Sparkonto?
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Viele Anleger wollen mit Bitcoin sparen

Im Jahr 2020 haben die Anleger viel mehr gespart als üblich und zusätzlich 180 Milliarden Euro angesammelt. Konkret bedeutet dies eine durchschnittliche Ersparnis von 276 € pro Monat. Es gibt mehrere beliebte Möglichkeiten, zu sparen. Das Sparbuch ist eine bekannte Option. Angesichts der Ungewissheit der derzeitigen Rezession sparen wir zunehmend, um uns vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zu schützen oder um für die Zukunft zu planen. Das ist eine gute Sache.

Diese Sparmöglichkeiten sind jedoch in ihrer Hauptfunktion eingeschränkt: dem Werterhalt im Laufe der Jahre. Wenn man 30 oder sogar 50 Jahre alt ist, ist das Sparen zur Finanzierung eines Lebensprojekts wie dem Kauf eines Hauses, der Ausbildung der Kinder oder des Ruhestands in der Tat keine leichte Aufgabe. Welches Sparkonto sollten Sie wählen? Wie hoch sind die erwarteten Erträge? Sollte ich mich für Immobilien oder den Aktienmarkt interessieren? Was ist mit Bitcoin? Diese Fragen sind schwer zu beantworten, wenn man tagsüber arbeitet. Es ist auch nicht das unterhaltsamste Gesprächsthema im Alltag. Und doch ist es eine Frage, die im Zentrum unseres Lebens steht.

Traditionelle Ersparnisse verlieren an Kaufkraft

Nehmen wir ein Beispiel. Wenn man heute 500 € pro Monat oder 6.000 € pro Jahr auf ein Sparbuch legt, erhält man 0,5 % brutto, also 30 €. Die Inflation, gemessen am allgemeinen Preisanstieg, wird in Europa im Jahr 2021 voraussichtlich bei rund 3 % liegen. Dieses Maß ist alles andere als zuverlässig, da es zur Berechnung der realen Rendite herangezogen wird, bei der der inflationsbedingte Kaufkraftverlust berücksichtigt wird. Für ein Sparbuch könnte die Rendite am Jahresende also negativ sein, etwa -2,5 %. Ein Netto-Kaufkraftverlust, mit anderen Worten. Die Renditen traditioneller Sparpläne variieren zwischen 0,5 % und 1 % mit Einzahlungsgrenzen. Das Zurücklegen von Geld auf ein herkömmliches Sparkonto ist daher vielleicht keine sehr effektive Art, für die Zukunft zu sparen.

Was Investitionen in den Aktienmarkt und in Immobilien betrifft, so sind sie in der Minderheit. Viele Menschen sind sehr vorsichtige Sparer, die einen großen Teil ihrer Ersparnisse in risikofreie Anlagen stecken. Das Problem ist, dass nicht riskante Anlagen keinen ausreichenden Schutz gegen den Kaufkraftverlust des Euro bieten. Der jüngste Anstieg der Verbraucherpreise im Jahr 2021 ist auf den Rückgang der Kaufkraft des Euro zurückzuführen. Um die Konjunkturprogramme in Europa zu finanzieren, wurde eine Fülle neuer Euro geschaffen, was die im Umlauf befindlichen Euro, auch die auf unseren Sparkonten, einfach entwertet hat.

Um dieses Phänomen zu erklären, ohne ins Detail zu gehen, hat die Europäische Zentralbank, die für das Inverkehrbringen des Euro zuständig ist, die Menge des Euro allein im Jahr 2020 fast verdoppelt. Diese starke Zunahme der Euro-Menge – die außerhalb der Finanzwelt kaum bekannt ist – hat zu einem Wertverlust des Euro geführt. Tatsächlich haben 1.000 € an Ersparnissen bei einer Gesamtsumme von 4.000 Mrd. € im Umlauf nicht den gleichen Wert wie 1.000 € an Ersparnissen bei 8.000 Mrd. €. Das ist die Situation, in der wir uns heute befinden. Es findet eine Verwässerung unseres Euros statt, und die Preise von Konsumgütern sowie die Werte anderer Investitionen wie Immobilien steigen gegenüber unserem verwässerten Euro. Diese Situation ist vergleichbar mit dem Einfüllen von Wasser in eine Weinflasche, um die Menge eines großen Jahrgangs zu erhöhen, was die Qualität des Weins beeinträchtigt.

Was wäre, wenn es eine andere Sparmöglichkeit gäbe? Ein Plan B, um sich vor der Inflation zu schützen, ohne ein bewährter Börsenhändler oder ein Immobilienmagnat zu werden?

Bitcoin, das neue Sparkonto?

Bitcoin ist bekannt für seine kometenhaften Kursanstiege und historischen Abstürze, wie z. B. als er an einem Tag um 40 % fiel. Diese Volatilität ist beängstigend und gibt Anlass zu allerlei anklagenden Narrativen rund um die Kryptowährung:

„Bitcoin ist wertlos“

„Bitcoin wird manipuliert

„Bitcoin ist nicht stabil genug, um eine Währung zu sein“

Es stimmt, dass der Preis von Bitcoin mit großen Amplituden schwankt, was ihn kurzfristig, d. h. über einen Zeitraum von nur wenigen Monaten, zu einer äußerst riskanten Anlage macht. Außerdem wird bitcoin von keinem Unternehmen, Staat oder Rohstoff unterstützt. Bitcoin ist weder als gesetzliches Zahlungsmittel reguliert, noch bietet er eine Rendite, wie sie der Staat bei den bereits erwähnten Sparkonten garantiert. Und doch wird der Bitcoin als interessanter neuer Sparplan in einer langfristigen Perspektive positioniert.

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